Nach einer europaweiten Ausschreibung haben die Hochtief
Construction AG und die F+Z Baugesellschaft, beide mit Sitz in Hamburg, den
Zuschlag für den Auftrag über 73 Millionen Euro erhalten.
Nach der Fertigstellung des zweiten Liegeplatzes für
Großcontainerschiffe am Burchardkai der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA)
im August 2008 folgen nun Liegeplatz drei und vier mit einer Wassertiefe von je
16,7 Meter. Mit den beiden neuen Liegeplätzen soll die Kapazität des Terminals
bei fast unveränderter Fläche auf mehr als 5,2 Millionen Standardcontainer
(TEU) verdoppelt werden. Von der zweiten Jahreshälfte 2012 an werden so im
Waltershofer Hafen 1470 Meter an neuen Kaimauern bereitstehen. "Wir müssen
antizyklisch investieren, um für den kommenden Aufschwung vorbereitet zu
sein", sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko gestern dem
Abendblatt. Noch bis zum Ende der Legislaturperiode 2012 sind daher für den
Hafenausbau jährlich 250 Millionen Euro vorgesehen.
Die neuen Kaimauern werden vor die derzeit vorhandenen
gesetzt und sind so stark konstruiert, dass an jedem Liegeplatz fünf
Containerbrücken aufgestellt werden können. Mit ihnen lassen sich die größten
derzeit eingesetzten Containerfrachter abfertigen. Die Brücken, von denen die
HHLA bereits seit September fünf einsetzt, sind für Europa einmalig. Jede kann
gleichzeitig mit einer Bewegung zwei 40-Fuß-Container laden oder von Bord
holen.
Der Ausbau des Terminals gehört zu den Maßnahmen, mit denen
die HHLA die Kapazitäten ihrer drei Terminals auf mehr als zwölf Millionen TEU
ausweitet. "Die neuen Liegeplätze sind ein wichtiger Baustein, um unserer
internationalen Reederkundschaft eine ausreichende Zahl von
Tiefwasserliegeplätzen bieten zu können", sagt HHLA-Vorstand Stefan Behn.
"Auf dem neuen Kaimauerabschnitt werden wir eine höchstmögliche
Umschlagleistung erzielen und so zur effizienten Flächennutzung im Hamburger
Hafen beitragen."
Bis zum Jahr 2015 soll die Kapazität im gesamten
Hamburger Hafen - einschließlich des Ausbaus des Eurogate-Terminals - 18,1
Millionen TEU erreichen. "Das Projekt bei der HHLA ist nun ein weiterer
Baustein für diesen Ausbau", sagt Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg
Port Authority (HPA), die den Auftrag vergeben hat. Neben der geplanten
Elbvertiefung und der Hafenquerspange als Verbindung der Autobahnen 1 und 7
soll der Hafen mit weiteren Vorhaben auf den Wettbewerb mit Rotterdam,
Antwerpen und Bremerhaven gerüstet werden. Geplant ist: Der Aufbau eines
fünften Containerterminals im Mittleren Freihafen auf Steinwerder. Hier soll
"bis Anfang Februar eine Entscheidung fallen", sagte Michael Ahrens,
der Sprecher der Wirtschaftsbehörde dem Abendblatt. Dabei wird es darum gehen,
wie die auf dem Areal ansässigen Hafenfirmen künftig neu angesiedelt oder
entschädigt werden können.
Die Instandsetzung und Erweiterung der Hafenbahn soll für
76,4 Millionen Euro bis Ende 2009 vorerst abgeschlossen werden. Ziel: Von den
für 2015 erwarteten gut 18 Millionen TEU etwa ein Viertel mit Güterzügen
abzufahren. "Speziell beim langfristig angelegten Ausbau der
Hafeninfrastruktur", verspricht Wirtschaftssenator Gedaschko, "lassen
wir die Ziele und Erfordernisse des Hafens nicht aus den Augen."
Hamburger Abendblatt, 9.1.2009, Rolf Zamponi