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26.03.2010
Hafenbetriebe fordern mehr Unterstützung durch Politik
Die von der Krise geschüttelten Häfen in Hamburg und Lübeck könnten schon bald wieder an alte Erfolge anknüpfen und das Wachstum fortsetzen – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.
Elbvertiefung, Ausbau der Infrastruktur, Senkung der Abgaben und Gebühren sowie ein klares politisches Bekenntnis zu den Häfen forderten die Teilnehmer eines Workshops in der IHK zu Lübeck.
Rund 100 Interessenten aus der Logistikwirtschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung des Vereins Hafen Hamburg Marketing, der Lübecker Hafengesellschaft (LHG) und der IHK gefolgt.
Claudia Roller, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, betonte die hohe Bedeutung der Elbvertiefung für den gemeinsamen Wirtschaftsraum Hamburg-Schleswig-Holstein. „Rund 165 000 Arbeitsplätze hängen mit dem Hamburger Hafen zusammen. Damit sind wir in Hamburg und sicherlich auch in Schleswig-Holstein der größte Arbeitgeber.“ Die Abhängigkeit der Hamburger Hafenwirtschaft von der Tiefe der Fahrrinne habe sich an den hohen Wachstumsraten seit 1998 gezeigt. „Nach der letzten Elbvertiefung ging es mit zweistelligen Wachstumsraten bergauf.“ Umgekehrt habe der Hafen 2009 Marktanteile verloren, weil die größten Frachtschiffe die Hansestadt nur mit Einschränkungen anlaufen können.
LHG-Geschäftsführer Beckmann sieht Wachstumschancen für den „gut aufgestellten Hafen Lübeck“. Entscheidend dafür sei die Erreichbarkeit. „Wir haben eine exzellente Zufahrt und wollen uns nicht an der Travemünder Enge einengen lassen“, sagte er und erteilte Bauplänen an dieser Stelle eine deutliche Absage. Er habe auch kein Verständnis für die Erhöhung der Lotsabgaben und anderer Gebühren, die die Wettbewerbsfähigkeit empfindlich störten. „Einige haben noch nicht begriffen, wie die Uhren gehen. Die Niederlande zum Beispiel haben die Abgaben und Gebühren um elf Prozent gesenkt.“ Jetzt sei es Aufgabe von Politik und Verwaltung, die Leistungsfähigkeit des Lübecker Hafens zu stärken. Auch Michael Gröning, Inhaber der gleichnamigen Lübecker Spedition, beklagte die Standortnachteile durch hohe Gebühren und die erreichten Kapazitätsgrenzen bei der Infrastruktur.
Die Hamburger und Lübecker Hafenbetriebe wollen den erfolgreichen gemeinsamen Weg zur Profilierung als logistische Drehscheiben an Nord- und Ostsee weitergehen, kündigte Claudia Roller an. „Kooperationen über die Ländergrenzen hinweg gibt es bei uns schon lange. Gemeinsam mit Häfen in Schleswig-Holstein haben wir die Transportkette über den Hamburger Hafen gestartet – ein Standortvorteil, den die Wettbewerber nicht haben“, betonte sie. Auch Rüdiger Schacht, Leiter des IHK-Geschäftsbereiches Standortpolitik, appellierte an die Akteure in der Hafenwirtschaft, noch enger über die Ländergrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Die IHK in Schleswig-Holstein und die Handelskammer Hamburg würden sie dabei unterstützen und mit starker Stimme für die Verbesserung der Standortqualität werben. Björn Engholm, Aufsichtsratsvorsitzender der LHG, rief die Hanseaten in beiden Städten auf, den Spirit der Hanse zu nutzen: „Zeigen Sie Mut und handeln Sie vorausschauend.“ Die Veranstalter wollen diesen Workshop jährlich wiederholen.

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Hamburg, 26.03.2010