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Immer öfter erlebe er, dass Containerzüge
nicht mehr Hamburg, sondern Konkurrenzhäfen
wie Rotterdam und Antwerpen ansteuern würden. "Das erfüllt mich mit
Sorge. Kämpfen Sie für Ihre Infrastruktur", sagte
der gebürtige Moorburger beim traditionellen Herrenabend des Wirtschaftsvereins Süderelbe.
Der Vorsitzende des Vereins, Jochen Winand, sagte, die Elbvertiefung sei
ohne Alternative. Die Wirtschaft in Hamburgs
Süden fordere von der Politik zudem die schnelle Bestimmung des
Übergabepunktes der Autobahn A 26 an der
Hamburger Landesgrenze, eine Beschleunigung der Planung zur
Hafenquerspange und die Einhaltung des Zeitplans zur
Verlagerung der Wilhelmsburger Reichsstraße.
Vor mehr als 400 Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und
Politik nahm Bahn-Chef Grube kein Blatt vor den
Mund. Seine erste Herausforderung sei nicht der Börsengang der Bahn,
sondern das "Brot- und Buttergeschäft", nämlich
Menschen sicher und zuverlässig zu transportieren. Seit seinem
Amtsantritt vor 500 Tagen sei es gelungen, das Defizit
der Bahn um zwei Milliarden auf 14 Milliarden Euro zu senken, sagte Grube.
Der Bahnchef beklagte Ungleichbehandlungen im europäischen Wettbewerb,
die die Bahn bei Auslandsgeschäften
behindern würden. "Wir Deutsche halten uns treu an die Vorgaben der EU
und lassen jeden Wettbewerb zu, während wir
im Ausland nicht einmal die Tür finden, hinter der wir uns beschweren
können, wenn wir mal wieder nicht zum Zug
kommen", sagte Grube. Als Beispiel nannte er das Vorgehen Frankreichs,
um das Monopol des TGV im Eurotunnel zu
verteidigen.
Der heute 59-Jährige betonte, dass er sich stets an seine Kindheit im
Hamburger Süden erinnert, da er hier gelernt habe,
als "ehrbarer Kaufmann" zu handeln. Der Wirtschaftsverein für den
Hamburger Süden existiert seit 1947 als ein Netz von
Unternehmern südlich der Elbe. Er repräsentiert heute 220 Unternehmen
und rund 42 000 Arbeitsplätze in der Region
Die Welt 15.11., m.k.
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